Online-Rollenspiele
Eine besondere Spezies der Computerspiele ist das Online-Rollenspiel.
Tausende von Spielern bevölkern gleichzeitig die Welt der Online-Rollenspiele, wo sie sich austauschen, verbünden gegen gefährliche Gegner oder mit Schwert und Zauberstab bekriegen.
Die immer geringer werdenden Internetkosten und die weite Verbreitung von Internetanschlüssen in mittlerweile fast jedem Haushalt machen es Online-Spielern leicht, sich untereinander zu vernetzen und ihr Spielvergnügen zu teilen.
Bei Rollenspielen übernehmen die Spieler zumeist fiktive Rollen und erleben in diesen virtuellen Charakteren Abenteuer in einer fantastischen Welt.
Computer-Rollenspiele werden auch als CRPG (Computer Role Playing Game) bezeichnet.
Als Grundlage für CRPG dienen meist Pen & Paper Rollenspiele, die auf die Möglichkeiten des Computers angepasst sind.
Pen & Paper kann stark vereinfacht als Mischung aus Brettspiel und Geschichtenerzählen beschrieben werden. Einer der Teilnehmer steuert das Spiel, setzt den Handlungsrahmen und trifft die wesentlichen Entscheidungen. Die anderen spielen in diesem Rahmen ihre fiktiven Rollen und treffen für sie die Entscheidungen. Als Hilfe dienen meist Rollenspielregeln. Um Entscheidungen zu treffen, bedient man sich oft eines Zufallselements in Form von Würfeln.
Massively Multiplayer Online Games (MMOG) sind Computerspiele die sowohl offline als auch online gespielt werden können.
Ein neuer Trend sind die MMORPGs – Massive Multiplayer Online Roleplay Games. Hier müssen Gruppen und Allianzen gegründet werden um gemeinsam Abenteuer zu erleben oder zu kämpfen. Genauso wie bei den MMOGs werden auch hier die fiktiven Charaktere nicht durch ein Programm gesteuert, sondern durch andere Mitspieler die alle über das Netz verknüpft sind.
Ein Spiel dauert oft mehrere Monate bis Jahre oder hat gar kein festes Ende.
Die bekanntesten und derzeit beliebsteten Online-Rollenspiele sind „World of Warcraft“ und „Second Life“.
Im Gegensatz zu Ego-Shooter-Spielen steht bei Online-Rollenspielen die taktische und strategische Komponente im Vordergrund.
Worauf ist als Betreuungsperson zu achten:
- Kosten
Trotz stetig sinkender Internetkosten, kommt bei permanenter Dauernutzung ohne Internetflatrate schnell eine hohe Rechnung zustande.
Um die Spieler der Online-Rollenspiele und anderer Online-Spiele an sich zu binden, geht die Entwicklung bei vielen Spielen schnell voran. Abgerechnet wird meistens über Abos oder so genannten Gamecards, die gegen eine entsprechende Gebühr in Computerfachläden erworben werden können.
- Spielzeiten und Sozialkontakte
Online- Rollenspiele können in den seltensten Fällen in einem Zug durchgespielt werden und sind so auf mehrere Tage, Monate oder gar Jahre angesetzt. Dadurch steigert sich oft auch die Spielintensität und das Bedürfnis begonnene „Missionen“ zu beenden.
In diesem Kontext ist zu beachten, genaue Regelungen mit Kindern und Jugendlichen bezüglich der Spielzeit und Intensität zu treffen.
Die Sorge einer sozialen Verarmung von Spielern ist in den wenigsten Fällen begründet, da soziale Kontakte bei dieser Form des Spielens auch bestehen, allerdings in unkonventionelleren Formen wie z.B. über Bildschirm, Tastatur oder Headset. Trotz des Fehlens des physischen Kontaktes werden bei dieser Art von Spielen strategisches und taktisches Handeln und Denken sowie kreatives Lösungsdenken gefördert.
- Inhalte von Spielen
Eltern, Erziehern und sonstigen betreuenden Personen ist angeraten sich auch selbst ein Bild von den Inhalten der Spiele zu machen.
Durch erzieherischen Jugendschutz in Form eines betreuten Heranführens an die jeweiligen Computer- und Onlinespiele (Medienerziehung) wird die Medienkompetenz bei Kindern gestärkt, und Kinder und Jugendliche werden zur Selbstregulierung befähigt. Dies ist als pädagogisches Ziel in den Vordergrund zu stellen.
Pädagogische Hinweise und Internetangebote zu geeigneten Computerspielen sind unter „Online-Spiele“ zu finden.
Sonstige Informationen und Literaturhinweise siehe unter
Online-Spiele.

